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Start-up-Porträt: Snowflake

Ein Data Warehouse für die Cloud

von - 27.05.2019
Cloud
Foto: fullvector / shutterstock.com
Snowflake läuft den etablierten Anbietern mit einem elastischen Data Warehouse as a Service den Rang ab. Das Start-up befindet sich laut Garnter zwar noch in der Wachstumsphase, habe aber beste Zukunftsaussichten.
Snowflake
Vorteile Snowflake: Der Einsatz der Data-Warehouse-Lösung hat den Snowflake-Kunden laut Forrester Millionen Dollar gespart.
(Quelle: Forrester "The Total Economic Impa<t of Snowflake Data Warehouse-As-A-Service" (2018) )
Start-ups zählen zu den wichtigsten Treibern der Digitalisierung. Aber oft ist schwer abzuschätzen, wie viel Sub­stanz hinter einem vielversprechenden Konzept wirklich steckt.
Ein junges Unternehmen, das es im Start-up-Wunderland USA in relativ kurzer Zeit geschafft zu haben scheint, ist Snowflake mit einem Data Warehouse as a Service. Das 2012 von drei Franzosen gegründete Start-up mit Sitz im kalifornischen San Mateo hat sehr schnell die Aufmerksamkeit vieler Anwender und Investoren auf sich gezogen. Das zeigt sich überdeutlich an den 450 Millionen Dollar an Funding-Geldern, die Snowflake bisher erhalten hat, unter anderem von renommierten Venture Capitalists wie Altimeter Capital, Capital One, ICONIQ Capital, Redpoint Ventures, Sequoia Capital, Sutter Hill und Wing Venture Capital. Die Marktkapitalisierung (also der geschätzte Unternehmenswert) soll inzwischen bei 3,9 Milliarden Dollar liegen, ein extrem hoher  Wert für ein so junges Unternehmen. Damit gehört Snowflake zu den 25 am höchsten bewerteten nicht börsennotierten Technologie-Unternehmen der USA. Snowflake hat bereits über 1000 Kunden und will bis Ende 2019 in 20 Ländern präsent sein. Doch was macht Snowflake so besonders?

Von Grund auf neu

Snowflake wurde von Benoît Dageville, Thierry Cruanes und Marcin Zukowski gegründet, um eine einfache und sichere Alternative zu den komplex einzurichtenden, schwierig zu verwaltenden und sehr teuren traditionellen Data Warehouses zu bieten - allen voran Teradata, der einst unbestrittenen Nummer eins auf diesem Gebiet. Firmengründer Dageville hat in einem Blog-Beitrag die Philosophie von Snowflake so beschrieben: „In einer Industrie, in der die Veränderung eigentlich die Normalität darstellt, ist es bemerkenswert, wie wenig Fortschritte das Data Warehousing im letzten Jahrzehnt gemacht hat. In dieser Zeit hat es größere Veränderungen gegeben: vom Aufkommen der Cloud bis zur gegenwärtigen Big-Data-Explosion. Doch die Datenbanken - und Data Warehouses - sind im letzten Jahrhundert steckengeblieben.“ Dann kommt er zu der grundsätzlichen Frage, die er und seine Mitstreiter sich vor der Gründung von Snowflake gestellt haben: „Wenn man heute eine Datenbank für ein Data Warehousing von Grund neu auf bauen würde, wie müsste sie dann aussehen?“
Benoit Dageville
Benoît Dageville
Gründer und CTO von Snowflake
www.snowflake.com
Foto: Snowflake
„Die Datenbanken - und die Data Warehouses - sind im letzten Jahrhundert steckengeblieben.“
Und er stellt die Grundprinzipien dar, die eine solche neue Technologie seiner Meinung nach berücksichtigen müsste:
Zuallererst sollten Anwender - und nicht Daten - im Fokus stehen. Die Anwender brauchen nur ihre Daten einzugeben und Queries laufen zu lassen. Das System muss den Rest erledigen, und das sehr schnell.
Das System sollte alle Daten speichern, die man ablegen will. Es sollte unbegrenzte Speicherkapazität haben, zu so niedrigen Kosten, dass niemand mehr auf die Idee käme, Daten wegzuwerfen.
Das Design sollte so optimiert werden, dass Daten jeder Art darin Platz finden und bearbeitet werden können - von einfachen relationalen Strukturen wie CSV bis zu semi-strukturierten Daten wie JSON, Avro und XML.
Das System sollte schnell liefern und einen einfachen Zugang zu allen relevanten Daten innerhalb und außerhalb des Unternehmens bieten.
Das System sollte wirklich elastisch sein - seine Compute- und Storage-Ressourcen sollten in der Lage sein, on-the-fly je nach Bedarf zu wachsen oder kleiner zu werden. Es müsste sich kontinuierlich fortentwickeln können.
Und schließlich müsste so ein „dream warehouse“ immer verfügbar sein: ohne Auszeiten, ohne Datenverlust, von überall voll zugänglich. Und komplett sicher. Ohne dass Administratoren und User sich darum kümmern müssen.
Dageville resümiert: „Geht man von diesen Anforderungen aus, dann stellt sich die Frage: Wie kommt man dahin? Traditionelle Datenbanken sind nicht die Antwort: Sie liegen einfach so weit zurück, dass sie nicht mehr aufholen können. Sie sind zu unflexibel, um mit neuen Datentypen und Anwendungsfällen zurechtzukommen, sie sind unglaublich komplex zu managen, weder effizient noch elastisch und einfach zu teuer angesichts der allgemeinen Datenexplosion. Verbesserungen der bestehenden Technologie werden nicht funktionieren - es braucht revolutionäre Veränderungen.“
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