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Zu geringe Nachfrage

Post stoppt Ausbau von Postbot und anderen Technologien

von - 04.02.2019
Der Postbot der Deutschen Post
Foto: DHL
Die Deutsche Post macht Schluss mit dem Ausbau neuer Zustellmodelle wie dem Postbot und Paketkästen für Privathaushalte. Die Kosten sind laut Post-Chef Frank Appel derzeit zu hoch und die Nachfrage noch zu gering.
Der Logistik-Dienstleister Deutsche Post geht bei neuen Technologien einen Schritt zurück und stoppt den Ausbau seiner Postbots sowie der Paketkästen für Privathaushalte. Das teilte Post-Chef Frank Appel dem Tagesspiegel im Interview mit. Die Gründe für den Stop seien die zu geringe Nachfrage. Nun müsse man sich etwas Neues überlegen.
Ausgebaut werden sollen hingegen die bisher 3.500 bundesweit verfügbaren Paketstationen. Diese würden von den Kunden gut angenommen werden und hätten daher Zukunftspotenzial. Allerdings gestalte sich die Suche nach passenden Standorten als schwierig.

Der Postbot

Hinter dem Postbot steckt ein Zustellroboter, ein vierrädriges, 1,50 Meter hohes Gefährt, das dem Zusteller auf Schritt und Tritt folgt. Er kann bis zu 150 Kilogramm Postsendungen tragen. Zudem stoppt der elektrisch fahrende Helfer vor Hindernissen und kann Bordsteine überwinden.
Laut Appel funktioniert die Technik ohne Probleme, allerdings sind die Kosten derzeit noch zu hoch. Im November vergangenen Jahres hörte sich das Ganze noch anders an. Damals zog man bei der Post noch ein positives Fazit und wollte das Projekt weiter vorantreiben. Ein Postsprecher teilte im November mit: "Wir arbeiten an der Entwicklung der nächsten Generation des Begleitroboters."

Kein Einsatz von neuen Technologien

Neue Technologien wie die Zustellung per Drohnen oder die Lieferung in den Kofferraum werden in naher Zukunft bei der Deutschen Post nicht umgesetzt. Für den Einsatz von Drohnen gibt es derzeit noch keine guten Bedingungen. Gesetzlich sind hier strenge Regeln festgelegt und in Wohngebieten ist das Unfallrisiko zu groß.
Die Zustellung in den Kofferraum wäre möglich, aber auch hier ist die Nachfrage bisher verschwindend gering. Wettbewerber Amazon bietet eine solche Lieferung in den USA mit seinem Service Amazon Key bereits an. Wie gut diese Lieferart dort von den Kunden angenommen wird, ist allerdings nicht bekannt.
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